Die Ende vergangenen Jahres vorgestellte Radeon HD 7970 stellte sich als schnellste aber auch teuerste Single-GPU-Grafikkarte auf dem Markt heraus. Bei der etwas langsameren HD 7950 bietet der Hersteller weiterhin viel Leistung, dafür sinkt der Preis aber um mehr als 100 Euro.

AMD präsentiert Radeon HD 7950
Die Radeon HD 7970, vorgestellt kurz vor Weihnachten 2011, stellte sich dabei als schnellste Grafikkarte auf dem Markt heraus – zumindest unter den Modellen mit nur einem Grafikchip. Der bisherige Leistungsführer, Nvidias GTX 580 wurde mit teilweise bis zu 40 Prozent Leistungsunterschied deklassiert. Diese Leistung hatte allerdings auch Nachteile, so arbeitet der Lüfter der im Referenzdesign gefertigten HD 7970 sehr laut und auch der Preis gehört mit mehr als 500 Euro eindeutig ans obere Ende der Skala. Dafür bietet AMD aber auch 3 Gigabyte GDDR5-Speicher, 2048 Shadereinheiten und eine komplett überarbeitete Chiparchitektur namens „Graphics Core Next“, kurz GCN.
Nun ist mit der Radeon HD 7950 ein etwas kleineres Modell erschienen und lockt Nutzer, die zwar bereit sind, viel Geld für eine Grafikkarte auszugeben, 500 Euro dann aber doch für übertrieben halten. Mit 1792 Shadereinheiten fehlen dem Modell ein paar Ausführungseinheiten und auch der Takt des Grafikchips liegt mit 800 Megahertz 125 Taktschritte unter dem des großen Schwestermodells. Beibehalten hat AMD dafür das großzügig bemessene Speicherinterface mit 384 Bit Bandbreite und den 3 Gigabyte großen GDDR5-Speicher sowie die grundlegende Systemarchitektur. Dafür sinkt der Preis: erste Modelle werden zu Preisen ab 399 Euro angeboten, mehr als 100 Euro weniger, als beim Topmodell.
Angesichts der nur knapp 10 bis 15 Prozent geringeren Leistung ein durchaus verlockendes Angebot. Zudem fällt auch die Lärmbelästigung des Referenzlüfters deutlich geringer aus als bei der HD 7970. Zahlreiche Hersteller bieten weiterhin Modelle mit eigenen Kühlsystemen an, die aus geschlossenen Gehäusen selbst unter Last nicht hörbar sein, dafür aber ein wenig mehr als die Brot-und-Butter-Version der Karte kosten. Die Leistung der HD 7950 reicht im Übrigen immer noch, um Nvidias GTX 580 in Schach zu halten – allerdings nur noch denkbar knapp und mit wenigen Prozent Leistungsvorsprung. Preislich begegnen sich die beiden Kontrahenten zudem auf dem gleichen Niveau. Nvidia kann als Pro-Argumente dafür die CUDA-Unterstützung zur Auslagerung zahlreicher Berechnungen auf die GPU in die Waagschale werfen und erfreut Computerspieler dank PhysX mit realistischen Physikeffekten bei einigen wenigen Spielen. AMD punktet beim Energieverbrauch – unter Last liegt die 7950 bis zu 15 Prozent unter dem Nvidia-Pendent, ohne Last sind es bis zu 50 Prozent. Schaltet sich der Monitor zudem in den Ruhemodus, schaltet sich die Grafikkarte zu großen Teilen ab, sogar der Lüfter wird gestoppt, und die Karte benötigt nur noch etwa 3 Watt.